# 77 … wenn De menz

… nicht weg vom Geist bedeutet

sondern:

 

den Weg vom Geist

hin zu Bauch und ❤️

beschreibt

 

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Wenn Opa durch die KĂĽche tanzt

…dann tanze ich mit ihm im Walzertakt

 

Wenn Opa verzauberte Burgen und Schlösser sieht

…dann erkunden wir sie in RitterrĂĽstung gemeinsam

 

Wenn Opa seine Brille im GeschirrspĂĽler verstaut,

…dann finde ich sie blitzblank gewaschen mit ihm nach dem Waschgang wieder und wir rufen laut: Willkommen in der BrillenwaschstraĂźe!

 

Wenn Opa mit den Hausschuhen zum Bus spaziert,

…dann marschier ich in Gummistiefeln bei Sonnenschein Schritt für Schritt an seiner Seite mit.

 

Wenn Opa plötzlich Englisch spricht,

…dann unterhalten wir zwei uns köstlich bei einer Tasse Tee über this und that und very nice to see you again.

 

Wenn Opa den Braten mit Löffel ist und Eis mit der Gabel, 

…dann mach ich es ihm gleich und kichre: „Warum nicht schon frĂĽher!“

 

Wenn Opa die Toilette nicht findet und stattdessen im Garten den Apfelbaum gieĂźt,

…dann stell ich fest, welch ein GlĂĽck – endlich Regen! Hol meine GieĂźkanne und gieĂźe das Bäumchen noch ein bisschen mehr.

 

Wenn Opa am Abend fröhlich mit der Frau im Fernseher spricht,

…dann winken wir ihr gemeinsam und lachen bis um acht.

 

Wenn Opa im Liegestuhl in der Sonne liegt und plötzlich dicke Tränen weint,

…dann setz ich mich auf seinen Schoß, umarm ihn fest und wir warten zusammen, bis die Wärme der Sonne auch die letzte Träne getrocknet hat.

 

Wenn Opa an der Kassa zu singen beginnt,

…dann nehm ich seine Hand und wir trällern den wunderschönsten Kanon zu zweit.

 

Manche Leute nennen meinen Opa komisch, eigenartig oder seltsam. Manche meinen, er ist nicht ganz gesund, weil er so viel vergisst. 

Da hab ich mich gewundert und ihn gefragt, ob er Schmerzen hat im Kopf. 

„Welcher Kopf?“ hat Opa da gefragt, sich mit Mütze und Handschuhen neben den Kachelofen gesetzt und mit mir gemeinsam auf den Schneesturm gewartet.

Vergessen tut nicht weh, es macht nur anders und anders sein ist ok. Es macht uns alle zusammen geduldig und lachen, erfinderisch, langsamer und manches Mal auch fest verzweifeln.

Mein Opa hat mir viel gelernt und meine Welt bunt gemacht. Er hat mich gelehrt, Pläne geplant auf später zu verschieben, um stattdessen jeden Tag fĂĽr sich – voll und ganz und mit allen GefĂĽhlen – zu leben…

 

Cover

 

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